Am Wochenende vom 19. bis 21. Juni hatte die AMAL erneut zu ihrem traditionellen Tour de Luxembourg pour motos anciennes eingeladen. Für diese 40. Jubiläumsausgabe wurden wir vom großen Erfolg der Veranstaltung regelrecht überwältigt.
Die viele Arbeit, die das Organisationskomitee in den vergangenen Jahren investiert hat, um den Teilnehmern jedes Jahr etwas Neues zu bieten, zahlt sich nach und nach aus. Der Ruf der Tour de Luxembourg reicht inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus. Bereits im vergangenen Herbst lagen uns mehr Anmeldungen vor als wir im Vorjahr insgesamt Teilnehmer hatten. Am Ende waren 116 Motorräder für die Samstagsausfahrt gemeldet, und am gemeinsamen Abendessen nahmen 134 Personen teil – ein neuer Rekord.

Belohnt wurden wir jedoch vor allem mit drei Tagen herrlichen Sommerwetters. Manche würden sogar sagen: fast etwas zu viel des Guten. Während des gesamten Wochenendes zeigte das Thermometer stets über 30 Grad an, sodass es in der Motorradkleidung schnell sehr warm wurde. Deshalb verlegten wir den Start der Ausfahrten am Samstag und Sonntag um eine Stunde nach vorne.
Der Empfang der Teilnehmer begann am Freitag um 12 Uhr. Nachdem der Großteil der Teilnehmer eingetroffen war, startete gegen 15 Uhr eine erste Ausfahrt über rund 80 Kilometer. Ein großer Teil der 83 Teilnehmer wurde dabei von einem Bilderbuch-Sommergewitter überrascht. Eine kleine Abkühlung ist bei solchen Temperaturen zwar willkommen, aber vielleicht nicht gleich in diesem Ausmaß… Glücklicherweise beruhigte sich das Wetter bald wieder, sodass das Abendessen draußen vor der neuen Veranstaltungshalle stattfinden konnte.

Auch in diesem Jahr gab es wieder einige Neuerungen, darunter eine Aperitif-Bar sowie neue Tour-de-Luxembourg-T-Shirts. Der Aperitif fand großen Anklang, und die T-Shirts waren bereits vor Ende des Wochenendes vollständig ausverkauft.
Die größte Neuerung war jedoch ohne Zweifel der neue Veranstaltungsort. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bei Fuussekaul bedanken, die uns ihre neue Veranstaltungshalle zur Verfügung gestellt haben. Nicht nur passt die Halle hervorragend zum Thema historischer Motorräder, sondern ihre ruhige Lage sorgte auch dafür, dass wir ganz unter uns waren. Der große Vorplatz sowie die separate Ausfahrt für unsere Tour machten den Start der großen Samstagsausfahrt deutlich angenehmer.

Am Samstag standen zahlreiche Kilometer auf dem Programm. Über schöne und klassische Strecken führte die Route in Richtung Clerf, wo ein engagiertes Helferteam den Teilnehmern einen hausgemachten Fleischsalat mit Kartoffeln sowie ein leckeres Stück Kuchen servierte. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel, Schatten war nur schwer zu finden – dennoch schmeckte das Mittagessen allen ausgezeichnet.
Am Nachmittag ging es weiter in den hohen Norden Luxemburgs, wo zahlreiche kleine und landschaftlich reizvolle Straßen auf die Teilnehmer warteten. Am Abend standen schließlich 192 Kilometer mehr auf dem Tacho – zumindest bei denen, die dem Roadbook exakt gefolgt waren – und es war Zeit für ein gemeinsames Abendessen in geselliger Runde.
Bevor die beiden eigens zum 40-jährigen Jubiläum bestellten Festkuchen angeschnitten wurden, fand die traditionelle Siegerehrung statt. Drei Teilnehmer wurden mit einem handgefertigten Pokal ausgezeichnet.

Der erste Pokal für das älteste Motorrad ging an Sandy Kesseler, die mit einer Terrot HS 350 von 1926 an der Tour teilnahm. Höchsten Respekt!
Der zweite Pokal wurde an den Teilnehmer verliehen, der die weiteste Anreise auf sich genommen hatte. Die Auszeichnung ging an Joaquim Da Silva, der fast 700 Kilometer aus Frankreich zurückgelegt hatte, um mit seiner schönen und seltenen Ratier dabei zu sein. Vielen Dank, Joaquim – wir freuen uns sehr, dass es am Ende doch noch geklappt hat.
Der dritte Pokal ging an Lothar Serwas aus Deutschland, der das Pech hatte, bereits am Freitagabend als Erster auf dem Abschleppanhänger des Begleitfahrzeugs zu landen. Zum Glück lief seine wunderschöne Horex am nächsten Tag wieder einwandfrei. Vielen Dank, Lothar, dass du den Humor der AMAL so gut verstanden hast. Und ganz ehrlich: Mit unseren alten Motorrädern sind wir wohl alle schon einmal am Straßenrand oder auf einem Abschleppwagen gelandet.

Am Sonntag führte die abschließende Ausfahrt über rund 130 Kilometer in den Südosten Luxemburgs. Nach einem kurzen Abschnitt entlang der Mosel kehrten die Teilnehmer wieder zur Fuussekaul zurück, wo noch ein gemeinsames Mittagessen auf sie wartete, bevor sich alle langsam auf den Heimweg machten.
Wie man so schön sagt: Nach der Tour ist vor der Tour. Die Organisatoren haben bereits wieder die Köpfe zusammengesteckt, um zu überlegen, wie die Veranstaltung im kommenden Jahr noch weiter verbessert werden kann. Der große Erfolg unserer Tour und die stetig wachsende Nachfrage machen einige Anpassungen für die nächste Ausgabe notwendig, damit die Tour de Luxembourg auch in Zukunft ihren familiären und geselligen Charakter bewahren kann.

Im Namen des Organisationskomitees möchten wir uns zunächst ganz herzlich bei allen bedanken, die uns vor, während und nach dem Wochenende tatkräftig unterstützt haben. Ihr wart einfach großartig – ohne eure Hilfe wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich.
Ein ebenso herzlicher Dank gilt Anna und dem gesamten Team der Fuussekaul für die – wie immer – hervorragende Zusammenarbeit.
Ein weiterer großer Dank geht an unseren Sponsor, die Firma Cogecab, deren Unterstützung es uns ermöglicht, jedes Jahr noch ein wenig mehr zu bieten. Vielen Dank, Philippe!
Und schließlich bedanken wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den Weg zu uns gefunden haben, um gemeinsam drei wunderschöne Tage zu verbringen und Luxemburg mit dem Motorrad zu entdecken. Wir hoffen, dass es euch gefallen hat, und freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.
In der folgenden Galerie findet ihr alle Bilder der Tour de Luxembourg: